12 Dinge die Ihnen Ihr Coach nicht erzählt

Nehmen wir an, Sie entscheiden sich ein Coaching zu machen, weil Sie momentan in einer wichtigen Veränderungssituation in ihrem (beruflichen) Leben sind oder vielleicht auch, weil Ihre Vorgesetzte Ihnen das angeraten hat. Sie wissen, dass Kommunikation dabei das Herzstück einer professionellen Beziehung ist. Viele Dinge wird Ihr Coach Ihnen sagen, Ihnen Feedback geben, Sie auf wichtige Aspekte aufmerksam machen, Sie bestärken, Ihnen zuhören usw.

Manche Klient*innen fragen sich ab und an, was eigentlich „hinter den Kulissen“ so passieren mag. Oder eben auch, warum ein Coaching so viel kostet.

Jodie Shaw hat das in einem Artikel so gut auf den Punkt gebracht, dass ich mir eine freie Übersetzung ins Deutsche erlaubt habe. Denn genau diese Dinge sind es tatsächlich, die ein Coach seinen Klienten in der Regel NICHT erzählt.

1

Coaches suchen es sich tatsächlich aus, ob sie mit Ihnen arbeiten möchten.

Ein guter Coach kennt seinen/ihren „idealen“ Klienten und sagt nur „Ja“ wenn es auch wirklich passt. Selektiv zu sein, erlaubt es Coaches das beste Ergebnis zu erzielen. Betrachten Sie das als etwas Positives, wenn eine Coach*in auch Sie auswählt, denn er oder sie sieht Ihr wirkliches Potential (vielleicht sogar besser, als Sie es selbst tun).

2

Ein*e Coach*in schenkt Ihnen mehr Zeit als Sie wahrnehmen.

Die anrechenbare Zeit, die ein Coach für Sie arbeitet, beginnt und endet nicht mit Ihrer Sitzung. Um diese gemeinsame Zeit produktiv zu gestalten, muss er oder sie eine Stunde oder mehr in die Vorbereitung investieren, Ihre „Hausaufgaben“ oder Übungen zwischen den Sitzungen durchsehen, brainstorming spezifischer Strategien die Ihnen helfen können etc. Auch nach der Sitzung muss Zeit investiert werden um diese nachzubereiten (Notizen, Dokumentationen, und Follow-ups zwischen den Sitzungen).

3

Offen für Änderungen.

Auch wenn Coaches einen Plan und eine Struktur für die gemeinsamen Sitzungen mit Ihnen haben, sind sie offen für Ihre Ideen. Wenn Sie also ein neues Anliegen haben, passt ein/e gute/r Coach/in den Plan an und geht auf Sie ein.

4

Ein/e Coach/in interessiert sich wirklich für Sie!

Ein 1:1 Coaching schafft eine emotionale Verbindung. Ihr Coach hat viel Freude daran, Sie begeistert zu erleben und Ihren Erfolg zu begleiten. Diese Empathie bedeutet aber auch, die schlechten Zeiten mit Ihnen zu durchleben, sowohl den Schmerz als auch Enttäuschung. Er oder sie fühlt mit Ihnen.

5

Ein/e Coach/in lernt – auch von Ihnen.

Ja, Sie zahlen dafür, dass Ihnen geholfen wird und Sie lernen. Aber der Lernprozess ist gegenseitig, und Coaches lernen sehr viel von ihren Klienten. Die besten Coaches sind offen für eine gleichwertige Beziehung auf Augenhöhe und bevorzugen die Möglichkeit neue Ideen oder andere Methoden zu entwickeln, indem sie Ihnen zuhören und von Ihnen lernen.

6

Eine*e Coach*in passt seinen/ihren Stil für Sie an.

Coaches sind flexibel und in der Lage, Ihren Stil den individuellen Bedürfnissen und Persönlichkeit einer Klienten*in entsprechend anzupassen. Wenn Sie z.B. ein visueller Lerner sind, werden die Methoden entsprechend geändert. Wenn Sie z.B. zusätzliche Unterstützung in einer schwierigen Situation benötigen, können Sie extra Stunden vereinbaren. Nicht immer kann ein*e Coach*in das erahnen. Achten Sie daher darauf, darüber zu sprechen. 

7

Ein*e Coach*in möchte Ihnen helfen, selbst hinter die Antwort zu kommen.

Coaches füttern Sie nicht mit Informationen oder lösen Ihre Probleme für Sie. Ihr Ziel ist es, Ihnen dabei zu helfen die passenden Fähigkeiten und Handlungsoptionen zu entwickeln. Es geht darum, Sie zu befähigen auch nach dem Coaching die neuen Fähigkeiten einsetzen zu können. Und manchmal hat ein/e Klientin die bessere Lösung und überrascht den Coach ;). Niemand kennt den Kontext und die Situation besser als der Klient selbst.

8

Der „Wahnsinn“ hat Methode.

Zuerst werden Sie sich fragen, warum Sie so viel Geld für etwas zahlen, dass sich lediglich wie eine gute Konversation anfühlt. Die Wahrheit ist, dass Ihr*e Coach*in ein System hat, dass Sie vermutlich nicht sofort identifizieren können. Er/sie stellt die richtigen Fragen, hört die wesentlichen Punkte und entwickelt dabei stetig Ideen, die Ihnen helfen besser zu werden.

9

Coaches wollen nicht „bestrafen“.

An irgendeinem Punkt werden Sie sich vielleicht fragen, ob Ihr Coach es genießt, Sie leiden zu sehen. Nein. Tun sie nicht! Coaches mögen es nicht, den Scheinwerfer auf Ihre Fehler zu richten oder Sie auf Ihre Selbstlügen hinzuweisen. Das ist schmerzhaft. Coaches mögen es auch nicht, schwere „Hausaufgaben“ zu verteilen. Aber manchmal ist all das notwendiger Bestandteil im Coachingprozess. Coaches sind dazu da, Ihnen zu geben was Sie brauchen, nicht nur was Sie möchten.

10

Coaches sehen und hören (fast alles).

Sie können sich nicht wirklich um etwas herumschleichen (oder etwas verbergen). Coaches sind dafür ausgebildet und trainiert, versteckte Signale und Informationen wahrzunehmen. Dafür nutzen sie methodisch das aktive Zuhören um ein vollständiges Bild Ihrer Situation zu erhalten. Sie können nicht Ihre Gedanken lesen, aber ihre Fähigkeit zu verstehen erscheint manchmal fast wie „Telepathie“ ;).

11

Coaches investieren eine Menge Zeit um zu LERNEN.

Coaches müssen mehr tun, als jemandem etwas beizubringen. Sie verbringen sehr viel Zeit mit Lernen. Gute Coaches investieren kontinuierlich Zeit und Geld, um ihr Können weiterzuentwickeln, sie bilden sich kontinuierlich weiter, nehmen an Seminaren und Konferenzen teil, belegen Kurse um ihre Qualifikation zu steigern.

12

Coaches werden auch müde.

Top Coaches haben zwischen 10 und 15 aktive Coaching Sitzungen pro Woche. Mit Vor- und Nachbereitung jeder Sitzung, plus der eigenen kontinuierlichen Fortbildung arbeiten sie viele Stunden, für die sie jede Menge mentale Energie benötigen. Das kann auch kräftezehrend sein. Wenn Sie sich nach Ihrer Coaching Sitzung erschöpft fühlen, stellen Sie sich vor, wie sich Ihr*e Coach*in nach 10 oder 15 Sitzungen pro Woche fühlt. Auch wenn Sie selbst nur 1 oder 2 Stunden pro Woche mit Ihrem Coach verbringen – er oder sie verbringt wesentlich mehr Zeit mit der Vorbereitung und Entwicklung der richtigen Strategien.